Clearing-house Salzburg

Flüchtlingsprojekt
Clearing-house Salzburg

Ausgangslage und Problemstellung

Nach Österreich kommen jährlich mehr als 1000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Nach jahrelangen Gesprächen, Verhandlungen und Initiativen durch und mit NGO`s haben sich die politischen Vertreter der Bundesländer verpflichtet gemäß ihrer Bevölkerungszahl Flüchtlinge aufzunehmen. Für Jugendliche Flüchtlinge, die alleine nach Österreich kommen wurden jugendgerechte Standards erarbeitet und entsprechende Einrichtungen geschaffen, die sich um ihre Bedürfnisse, wie das Aufarbeiten von erlittenen Traumata, das Erlernen der deutschen Sprache, das Finden von Zukunftsperspektiven bzw. allgemein um das „sich Zurechtfinden" in einer neuen Welt, kümmern.

Im Jahr 2001 wurde das SOS-Kinderdorf Clearing-house Salzburg eröffnet. Es ist eine von fünf österreichweiten Betreuungsstellen unterschiedlicher Träger, die ursprünglich mit Unterstützung des europäischen Flüchtlingsfonds und mit Mitteln des Bundesministeriums für Inneres realisiert wurden.


Ziel

ist die Schaffung einer jugendgerechten Einrichtung, in der minderjährige Flüchtlinge nach ihrer Ankunft in Österreich die nötige bzw. notwendende Erst- und Grundversorgung erhalten. Diese Unterstützung beinhaltet die Bereitstellung von Unterkunft und Verpflegung, Gesundheitsversorgung, soziale Betreuung und zukunftsorientierte Hilfen.>


Zielgruppe

sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, zwischen 14 Jahren und dem Erreichen der Volljährigkeit (in Ausnahmefällen auch jünger), die in Westösterreich eines Clearings, einer Erstversorgung und einer adäquaten Betreuung bedürfen.


Aufnahme und Beendigung des Clearings
Die Jugendlichen werden nach ihrer Ankunft in Österreich, der Zulassung zum Asylverfahren in einer Erstaufnahmestelle über Antrag der Jugendwohlfahrtsbehörden von Salzburg, Tirol oder Vorarlberg im SOS-Kinderdorf Clearing-house untergebracht.

Das Clearing wird beendet bei Rückkehr ins Heimatland oder Weiterwanderung, bei Unterbringung in bestehende Einrichtungen der Jugendwohlfahrt sowie anderer freier Träger (darunter auch Einrichtungen des SOS– Kinderdorfes), bei Verselbständigung des Jugendlichen oder Erreichung der Volljährigkeit.

Unterkunft u. Versorgung
Die Jugendlichen wohnen in Zweibettzimmern. Die Mahlzeiten werden von den Jugendlichen mit Unterstützung und Anleitung der BetreuerInnen zubereitet. Ihre Wäsche versorgen die Jugendlichen mit Hilfe der BetreuerInnen selbst.


Strukturiertes Clearingverfahren

In diesem Verfahren wird die psychosoziale und aufenthaltsrechtliche Situation der Jugendlichen erhoben und notwendige Maßnahmen eingeleitet. Zukunftsperspektiven werden abgeklärt. Ein realistischer Betreuungsbedarf wird erarbeitet. Das geschieht in Zusammenarbeit mit den zuständigen Jugendwohlfahrtsbehörden und verschiedener Systempartner.


Begleitung in asyl- und fremdenpolizeilichen Verfahren

Die Beratung und Begleitung der Jugendlichen aufenthaltsrechtlichen Belangen wird in enger Kooperation mit dem Bundesasylamt und der Fremdenpolizei durchgeführt.


Zukunftsorientierte Hilfen
Im Clearing-house werden Deutschkurse, EDV-Einschulung und muttersprachliche Kommunikation im Internet angeboten.
Über Rückkehrhilfen werden die Jugendlichen in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen (Beschaffung von Dokumenten, Herstellung von Kontakten zum Heimatland, Organisation der Heimreise) beraten und informiert. Dabei steht die Freiwilligkeit im Vordergrund.


Betreuung

Für die psychosoziale Betreuung stehen BetreuerInnen im Turnusdienst zur Verfügung, die mit den Jugendlichen den Alltag strukturieren, für sie Ansprechpartner sind und konkrete pädagogische Angebote setzen. Für jeden Jugendlichen ist eine/eine der BetreuerIn verantwortlich. Aufgabe der Betreuung ist es, die Jugendlichen aus der Illegalität mit ihren sozialisationsstörenden Folgen zu holen. Das Haus gibt Sicherheit und ein „normales Leben" wird möglich. Sinnvolle Arbeits- und Beschäftigungsangebote geben persönlichen und sozialen Halt.


Die Nachfolgebetreuung

Nach Beendigung des Clearings besteht für 8 Jugendliche eine längerfristige Unterbringungsmöglichkeit im Clearing-house. Dieses Betreuungsangebot ist als Wohngemeinschaft konzipiert. Die Modalitäten dieser Betreuung werden individuell abgestimmt. Ziel ist es die Jugendlichen durch Integrations- und Bildungsmaßnahmen für einen längeren und selbständigen Aufenthalt in Österreich vorzubereiten.


Das Betreute Wohnen

Für 12 Jugendliche besteht die Möglichkeit im Rahmen des Betreuten Wohnens untergebracht und ambulant betreut zu werden. Dafür stehen im Stadtgebiet von Salzburg 2 Wohnungen zur Verfügung.


Weitere Aktivitäten

Das SOS-Kinderdorf Clearing-house Salzburg ist ein Partner in der von der Europäischen Union geförderteren Entwicklungspartnerschaft EQUAL. Im Rahmen dieser Initiative, die die Förderung von jungen AsylwerberInnen und den Abbau von Diskriminierung am Arbeitsplatz zum Ziel hat, gibt es seit Jänner 2002 Schulungskurse für junge Flüchtlinge. Ein intensiver Deutschkurs, Berufsorientierung, Kulturarbeit, den Lebensraum als Lernraum zu nützen, soziale Gruppenarbeit und Einzelberatung bilden dieses Kursangebot.


Das Team bildet:

Der Leiter
Der Teamleiter
Sechs BetreuerInnen
Zwei Arbeitsanleiter
Ein Jurist
Zwei Sprachlehrerinnen
Eine Sekretärin

Leitung : Johann Svager
SOS- Kinderdorf Clearing-house
Schwanthalertraße 43 a
5026 Salzburg- Aigen
Tel.: 0662/636766
Fax: 636/766 10
Email: clearing-house.salzburg@sos-kinderdorf.at
Internet: www.sos-kinderdorf.at

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